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Magen Darm Erkrankungen

Schwanger und Übelkeit

Übelkeit (Nausea), Erbrechen (Emesis) und starkes Schwangerschaftserbrechen (Hyperemesis gravidarum) unterscheiden sich in der Schwere der Beschwerden. Leichte Störungen, wie kein Appetit haben, Geschmacksveränderungen und leichte Übelkeitserscheinungen treten bei ca. 50-70% aller Schwangeren auf - bis zu 30% aller Schwangeren leiden unter verstärkter Übelkeit und Erbrechen.
Schwanger und Übelkeit

Eine weit verbreitete Meinung und allgemein bekannt als typisches Zeichen der Frühschwangerschaft ist die morgendliche Übelkeit. Das stimmt - allerdings ist die Übelkeit meistens nicht nur auf den Morgen beschränkt. Bei den meisten Frauen hält die Übelkeit über den ganzen Tag an. Und der Glaube, dass die Übelkeit nach den ersten 12 Wochen verschwindet, gilt für die Hälfte der an Übelkeit leidenden Schwangeren nicht - denn sie hält bis weit in das zweite Drittel der Schwangerschaft an. Ab der 20. Schwangerschaftswoche werden die Beschwerden meistens weniger.
Häufig tritt die Übelkeit und evtl. Erbrechen morgens schon nach dem Aufstehen und besonders während oder nach dem Essen auf.
Leichte Übelkeit und Erbrechen beginnen schon 2 bis 4 Wochen nach der Empfängnis - können also schon vor Ausbleiben der Regelblutung auftreten und gehören deswegen zu den sogenannten frühen unsicheren Schwangerschaftszeichen. Meistens sind die Beschwerden zwischen der 12 und 16. Schwangerschaftswoche verschwunden - nach der 20. Schwangerschaftswoche ist es eher selten, dass Erbrechen oder Übelkeit anhalten.
Übelkeit und Erbrechen können auftreten ohne das die Schwangere ein wesentliches Krankheitsgefühl empfindet. Wird das Erbrechen stärker und häufiger, oder tritt ein Gewichtsverlust auf - dann entwickelt sich ein ausgesprochenes Krankheitsgefühl. Es kommt zum Flüssigkeits- und Salzverlust. Das Blutvolumen im Kreislauf wird weniger. Man kann im Urin Acetonkörper nachweisen. Die Schilddrüse kann gestört sein mit der Neigung zur Schilddrüsenüberfunktion.

Wer leidet am meisten?
Erstgebärende
Schwangere mit Zwillingen
Schwangere mit gestörten Frühschwangerschaften - wie u.a. bei der Blasenmole

Was hilft hier am besten?
Nicht vergessen:
Bei allen Beschwerden ist es wichtig Ihren Arzt/Ärztin/Hebamme zu fragen.

Appetitverlust, Übelkeit und leichtes Erbrechen:
Hier ist keine Therapie nötig, aber doch helfen einige Umstellungen im Verhalten.
Sie können die Mahlzeiten insoweit ändern, dass Sie weniger essen und dafür häufiger. Das heißt kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt, in kürzeren Abständen. Häufig hilft es gegen die ersten morgendlichen Erscheinungen eine Kleinigkeit zu sich zu nehmen `bevor´ man aufsteht. Lassen Sie sich verwöhnen - wenn es geht - und nehmen Sie etwas Tee und ein Toast morgens nach dem Aufwachen und vor dem Aufstehen zu sich, warten Sie eine Weile und stehen Sie danach erst auf.

Auch Ingwertee kann bei morgendlicher Übelkeit im ersten Schwangerschaftsdrittel helfen.
Pfefferminztee kann gegen Übelkeit und Blähungen helfen.
Fencheltee gegen Blähungen.

Stärkeres Erbrechen ohne Gewichtsverlust:
Ihr Arzt/Ärztin/Hebamme wird Ihnen hier je nach Beschwerden eine Medikation verordnen, die die Beschwerden lindern kann.

Starkes Erbrechen mit und ohne Gewichtsverlust:
Hier kann es nötig sein, dass Sie im Bett liegen bleiben müssen - unter Umständen kann auch eine Krankenhausaufnahme nötig sein. Häufig ist bei solchen stark ausgeprägten Beschwerden eine Infusion nötig, damit man den Flüssigkeitsverlust und die damit verbundenen körperlichen Störungen beheben kann. Meistens sind hierbei die Beschwerden nach einigen Tagen soweit zurückgegangen, dass man eine leichte Kost wieder zu sich nehmen kann.

Erbrechen und Bauchschmerzen:
Hier suchen Sie direkt Kontakt mit Ihrem Arzt/Ärztin/Hebamme. Es kann sein, dass die Beschwerden nur mit Magen-Darm-Störungen zu tun haben - allerdings gibt es auch die Möglichkeit, dass Erbrechen auftritt, relativ kurz vor der Geburt. Hier entscheidet Ihr Arzt/Ärztin/Hebamme, ob Sie untersucht werden müssen um festzustellen, ob eine Muttermundsöffnung da ist.
Achtung: Die alte Schule sagt: Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit, Blähungen, Druck auf dem Mastdarm können Anzeichen der bald einsetzenden Geburt sein.
 


 

Autor: Frau Dr. Reeve

Erstmalig erstellt am: 10.01.06
Zuletzt bearbeitet am: -