Eine weit verbreitete Meinung und allgemein bekannt als
typisches Zeichen der Frühschwangerschaft ist die morgendliche
Übelkeit. Das stimmt - allerdings ist die Übelkeit meistens
nicht nur auf den Morgen beschränkt. Bei den meisten Frauen
hält die Übelkeit über den ganzen Tag an. Und der Glaube, dass
die Übelkeit nach den ersten 12 Wochen verschwindet, gilt für
die Hälfte der an Übelkeit leidenden Schwangeren nicht - denn
sie hält bis weit in das zweite Drittel der Schwangerschaft an.
Ab der 20. Schwangerschaftswoche werden die Beschwerden
meistens weniger.
Häufig tritt die Übelkeit und evtl. Erbrechen morgens schon
nach dem Aufstehen und besonders während oder nach
dem Essen auf.
Leichte Übelkeit und Erbrechen beginnen schon 2 bis 4 Wochen
nach der Empfängnis - können also schon vor Ausbleiben der
Regelblutung auftreten und gehören deswegen zu den sogenannten
frühen unsicheren Schwangerschaftszeichen. Meistens sind die
Beschwerden zwischen der 12 und 16. Schwangerschaftswoche
verschwunden - nach der 20. Schwangerschaftswoche ist es eher
selten, dass Erbrechen oder Übelkeit anhalten.
Übelkeit und Erbrechen können auftreten ohne das die Schwangere
ein wesentliches Krankheitsgefühl empfindet. Wird das Erbrechen
stärker und häufiger, oder tritt ein Gewichtsverlust auf - dann
entwickelt sich ein ausgesprochenes Krankheitsgefühl. Es kommt
zum Flüssigkeits- und Salzverlust. Das Blutvolumen im Kreislauf
wird weniger. Man kann im Urin Acetonkörper nachweisen. Die
Schilddrüse kann gestört sein mit der Neigung zur
Schilddrüsenüberfunktion.
Wer leidet am meisten?
Erstgebärende
Schwangere mit Zwillingen
Schwangere mit gestörten Frühschwangerschaften - wie u.a. bei
der Blasenmole
Was hilft hier am besten?
Nicht vergessen:
Bei allen Beschwerden ist es wichtig Ihren Arzt/Ärztin/Hebamme
zu fragen.
Appetitverlust, Übelkeit und leichtes
Erbrechen:
Hier ist keine Therapie nötig, aber doch
helfen einige Umstellungen im Verhalten.
Sie können die Mahlzeiten insoweit ändern, dass Sie weniger
essen und dafür häufiger. Das heißt kleinere Mahlzeiten über
den Tag verteilt, in kürzeren Abständen. Häufig hilft es gegen
die ersten morgendlichen Erscheinungen eine Kleinigkeit zu sich
zu nehmen `bevor´ man aufsteht. Lassen Sie sich verwöhnen
- wenn es geht - und nehmen Sie etwas Tee und ein
Toast morgens nach dem Aufwachen und vor dem Aufstehen zu sich,
warten Sie eine Weile und stehen Sie danach erst auf.
Auch Ingwertee kann bei morgendlicher
Übelkeit im ersten Schwangerschaftsdrittel helfen.
Pfefferminztee kann gegen Übelkeit und Blähungen helfen.
Fencheltee gegen Blähungen.
Stärkeres Erbrechen ohne Gewichtsverlust:
Ihr Arzt/Ärztin/Hebamme wird Ihnen hier je
nach Beschwerden eine Medikation verordnen, die die
Beschwerden lindern kann.
Starkes Erbrechen mit und ohne
Gewichtsverlust:
Hier kann es nötig sein, dass Sie im Bett
liegen bleiben müssen - unter Umständen kann auch eine
Krankenhausaufnahme nötig sein. Häufig ist bei solchen
stark ausgeprägten Beschwerden eine Infusion nötig, damit man
den Flüssigkeitsverlust und die damit verbundenen körperlichen
Störungen beheben kann. Meistens sind hierbei die Beschwerden
nach einigen Tagen soweit zurückgegangen, dass man eine
leichte Kost wieder zu sich nehmen kann.
Erbrechen und Bauchschmerzen:
Hier suchen Sie direkt Kontakt mit Ihrem
Arzt/Ärztin/Hebamme. Es kann sein, dass die Beschwerden nur mit
Magen-Darm-Störungen zu tun haben - allerdings gibt es auch die
Möglichkeit, dass Erbrechen auftritt, relativ kurz vor der
Geburt. Hier entscheidet Ihr Arzt/Ärztin/Hebamme, ob Sie
untersucht werden müssen um festzustellen, ob eine
Muttermundsöffnung da ist.
Achtung: Die alte Schule sagt: Erbrechen,
Durchfall, Appetitlosigkeit, Blähungen, Druck auf dem
Mastdarm können Anzeichen der bald einsetzenden Geburt
sein.
