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Ihr ständiger Begleiter in der Schwangerschaft

Erste Mutterschaftsvorsorge

Die erste MUV (Mutterschaftsvorsorgeuntersuchung) hat bei den verschiedenen Ärzten verschiedene Abkürzungen. Bei vielen Ärzten heißen die Untersuchungen abgekürzt MUV Untersuchungen.
Erste Mutterschaftsvorsorge
Mutterschaftsvorsorge
Bei der ersten MUV (Mutterschaftsvorsorgeuntersuchung) wird Ihr Mutterpass angelegt und Sie erhalten das kleine hellblaue Büchlein - es gehört Ihnen. Sie sollten es gut aufbewahren und immer bei sich tragen.
Die Eigenanamnese (eigene Krankengeschichte) wird erfragt, sowie die spezielle Anamnese (Krankengeschichte) für frühere Schwangerschaften.
Frühere Schwangerschaften und Geburten werden eingetragen.
Es wird Blut abgenommen zur Bestimmung der Blutgruppe (falls noch nicht bekannt), Antikörper-Suchtest, Röteln-Immunität (ob Sie einen Rötelnschutz haben), LSR Test (Lues oder Syphyllis Test) und nach Wunsch auch für den HIV Test. Manche Praxen nehmen vorher schon das Blut ab  - sodass, wenn Sie zur ersten MUV kommen die Endergebnisse schon da sind und man diese in Ihren Mutterpass schon eintragen kann.
Für Schwangere kommen Laborergebnisse für den Mutterpass heutzutage immer auf selbstklebende Etiketten, damit der Eintrag in dem Mutterpass einfach ist. Wichtig bei den Eintragungen ist auch immer, dass die Labornummer bzw. das Labor bei den Eintragungen steht. Handschriftliche Eintragungen sind im Notfall nicht gültig - also ein Blutgruppeneintrag ohne erkennbaren Laboreintrag ist ungültig. Im Notfall verliert man wichtige Sekunden, wenn Einträge nicht richtig sind.
Sie werden beraten über Ernährung, Medikamente und Genussmittel - aber auch hier kann es sein, dass Ihr Arzt oder Ärztin mit Ihnen darüber bereits bei der Feststellung der Schwangerschaft gesprochen hat. Man wird Sie nach Ihrem Beruf fragen und ggfs. wird besprochen, ob es während der Schwangerschaft Einschränkungen beim Ausführen Ihres Berufes gibt. Sie werden beraten über Sport - welche Sportarten darf man in der Schwangerschaft ausüben? Und es wird nach geplanten Reisen gefragt - und hier ebenfalls, ob es Einschränkungen gibt hinsichtlich Reisen und Reisezielen. Wenn Sie unter eine bestimmte Risikogruppe fallen (wie z.b.: über 35 Jahre, Diabetikerin oder andere Risiken haben) werden diese Besonderheiten ebenfalls besprochen.
Der erste Tag Ihrer letzten Regelblutung wird eingetragen, Ihr Zyklus (ob regelmäßig oder unregelmäßig oder verlängert), wann die Schwangerschaft festgestellt wurde und der berechnete Entbindungstermin. Manche Frauen wissen nicht mehr wann der erste Tag der letzten Regelblutung (Periode, Menstruation) war und der Arzt muss den berechneten Entbindungstermin nach den Ultraschall-Messwerten berechnen. Dies tut der Arzt meistens nach einigen Ultraschalluntersuchungen - er schaut erst nach dem Verlauf der Entwicklung und legt dann fest wie weit Sie in der Schwangerschaft sind- somit kann er auch den voraussichtlichen Geburtstermin festlegen.
Bei der ersten MUV wird bei der körperlichen Untersuchung ein Chlamydienabstrich entnommen. Dies ist eine Standarduntersuchung in der Schwangerschaft geworden, weil die Chlamydieninfektion zur Zeit eine der häufigsten sexuellübertragbaren Erkrankungen ist - sie ist aber gut therapierbar. Wenn Sie für Chlamydien positiv testen (d.h. Sie haben eine Chlamydieninfektion), erhalten Sie eine Antibiotikakur ab der 13. SSW (Schwangerschaftswoche) und Ihr Partner sollte auch eine Therapie erhalten. Chlamydieninfektionen führen zu Infektionen der unteren Genitalwege, und ggfs. auch der Harnwege und können in einer Schwangerschaft zu Fehlgeburten oder Frühgeburten führen.
Die Größe der Gebärmutter wird getastet und somit wird der Stand oder die Höhe des Fundus (das ist der oberste Teil der Gebärmutter) in Ihrem Mutterpass notiert.
Die meisten Ärzte machen auch eine vaginale Untersuchung ( Tastuntersuchung des Gebärmutterhalses und Muttermundes). Hier sind die Einträge unterschiedlich. Es gibt verschiedene Arten den Befund zu beschreiben. Wichtig ist, dass die Länge des Gebärmutterhalses ( der Cervix oder Zervix) und eine eventuelle Öffnung des äußeren Muttermundes beschrieben wird. Am Anfang der Schwangerschaft ist der Cervix in seiner vollen Länge erhalten ( ca. 3cm) und der Muttermund ist geschlossen.
Es wird notiert ob die Herztöne des Kindes schon zu hören oder zu sehen sind.
Kindsbewegungen werden in der Frühschwangerschaft noch nicht von der Schwangeren gefühlt.
Im Labor werden: Gewicht, Blutdruck, Urin und der Hämoglobinwert ( dies sagt etwas über den Eisengehalt  in etwa wieder) bestimmt und in Ihren Pass eingetragen.

Ultraschallergebnisse werden auf der Seite 10/11 eingetragen - wenn sie der jeweiligen Woche entsprechen.

Der Arzt bespricht alle Ergebnisse mit Ihnen und Sie haben Zeit Ihre Fragen zu stellen. Wenn alles deutlich ist werden Sie darauf aufmerksam gemacht, dass die nächste Untersuchung nach 4 Wochen stattfindet. Gelegentlich werden Termine vereinbart welche in einem kürzeren Abstand erfolgen, wenn der Arzt etwas Bestimmtes kontrollieren möchte - z.b. die Entwicklung des Kindes nach vorausgegangener Fehlgeburt.
 
Autor: Frau Dr. Reeve

Erstmalig erstellt am: 29.11.05
Zuletzt bearbeitet am: -