Im Bauchraum ist wenig Platz - die Gebärmutter ist so groß geworden im letzten Drittel der Schwangerschaft, dass die inneren Organe, vor allem die Därme und der Magen zusammengedrückt zu sein scheinen. Große Mahlzeiten werden nicht so gut vertragen. Essen Sie darum mehrere kleinere Mahlzeiten. Vermeiden Sie stark gewürztes und fettiges Essen. Manchmal kann Brot oder hefehaltige Ernährung nicht mehr so gut verdaut werden und Sodbrennen verschwindet, wenn man auf diese Speisen verzichtet. Aber für jede Schwangere ist es anders. Darum muss man etwas Detektivarbeit leisten um dahinter zu kommen, was einem bekommt und was nicht. Jeder ist / isst anders ...
Das Zurückfließen des Magensaftes wird natürlich im Liegen gefördert. Wenn Sie Sodbrennen haben, essen Sie lieber 1,5 Stunden vor dem Schlafengehen nichts. Und nehmen Sie bestimmte Körperhaltungen beim Sitzen und Schlafen ein, bei denen die Beschwerden nicht provoziert werden.
Was hilft dagegen?
- nicht im Liegen essen
- kleine Mahlzeiten, dafür aber häufiger etwas zu sich
nehmen
- die Speisen langsam und gut kauen
- Essen Sie nichts zu heiß oder zu kalt oder zu stark
gewürzt
- nicht direkt hinlegen nach dem Essen, warten Sie 1-
1,5 Stunden
Eventuell hilft noch:
- Brot und hefehaltige Nahrungsmittel weglassen
oder
andere `Reizstoffe´ wie z.B. Kaffee weglassen
(individuell verschieden)
- Haferflocken, geschälte Mandeln, Zwieback oder
Bananen langsam kauen
- Milch trinken (Achtung ! manchmal löst Milch selbst
Sodbrennen aus)
- ein Teelöffel Senf
- ein Esslöffel Heilerde pur oder in Wasser oder
Joghurt
aufgelöst
- nach dem Essen Fencheltee in kleinen Schlücken zu
sich nehmen
- Bei Sodbrennen morgens nach dem Aufwachen hilft
etwas Milch trinken oder trockenes Brot kauen
- Kartoffelsaft trinken (eine frische, ungeschälte
rohe
Kartoffel reiben, den so gewonnenen Kartoffelbrei
in
einem sauberen Tuch auspressen) - 2-3 mal
täglich
etwas Saft hiervon trinken. Schmeckt nicht lecker
tut
aber gut.
- Maishaartee
Bei starken Beschwerden:
Fragen Sie immer Ihren Arzt/Ärztin/Hebamme.
Sie werden ein Antazida ( Säure-Gegenmittel ) empfehlen. Diese
müssen selber bezahlt werden, da sie nicht auf einem
Kassenrezept verordnet werden dürfen.
Das säurebindende Mittel kann man als Lösung, Tabletten oder
Kautabletten bekommen. Sie helfen schnell und schmecken
meistens wie Kreide (es gibt Ausnahmen, die besser schmecken
und sogar in verschiedenen Geschmacksrichtungenn vorhanden
sind). Achtung bei der Anwendung - diese Stoffe hinterlassen
häufig am Mundwinkel spuren, die man wegwischen kann und die
unbedenklich sind, aber nicht ganz elegant aussehen.
Nicht alles dürfen Sie in der Schwangerschaft problemlos einnehmen, deswegen fragen Sie lieber immer einen Experten, bevor Sie selbst ein Medikament aussuchen und einnehmen. Was außerhalb der Schwangerschaft eventuell bedenkenlos ist, kann während der Schwangerschaft für das ungeborene Kind gefährlich sein.
Ammenmärchen:
Man erzählte früher und manchmal heute noch, dass
Schwangere, die unter starkem Sodbrennen leiden,
Babys mit vielen Haaren bekommen. Dies ist
wissenschaftlich nicht belegt! Die meisten Neugeborenen
haben wenig Haare und ein Neugeborenes mit langen Haaren ist
eher selten und sieht ganz ungewöhnlich aus. Vielleicht sollte
das früher ein Trost sein für das durchgemachte Leiden des
Sodbrennens.
