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Magen Darm Erkrankungen

Sodbrennen

Sodbrennen tritt vor allem in den letzten drei bis vier Schwangerschaftsmonaten auf. Das brennende Gefühl hinter dem Brustbein wird verursacht durch das Zurückfließen der Magensäure in die Speiseröhre, eventuell noch vermengt mit Speisebrei. Dies kommt durch den vermehrten Druck in den Bauchraum, die langsame Entleerung des Magens in der Schwangerschaft, aber auch durch den herabgesetzten Tonus des Speiseröhrenmuskels. Das Zurückfließen der Säure kommt im Liegen und nach Mahlzeiten am meisten vor. Als `kleines´ Problem in der Schwangerschaft kann Sodbrennen sehr unangenehm sein und auch mit Störungen der Nacht- oder Mittagsruhe einhergehen.

Im Bauchraum ist wenig Platz - die Gebärmutter ist so groß geworden im letzten Drittel der Schwangerschaft, dass die inneren Organe, vor allem die Därme und der Magen zusammengedrückt zu sein scheinen. Große Mahlzeiten werden nicht so gut vertragen. Essen Sie darum mehrere kleinere Mahlzeiten. Vermeiden Sie stark gewürztes und fettiges Essen. Manchmal kann Brot oder hefehaltige Ernährung nicht mehr so gut verdaut werden und Sodbrennen verschwindet, wenn man auf diese Speisen verzichtet. Aber für jede Schwangere ist es anders. Darum muss man etwas Detektivarbeit leisten um dahinter zu kommen, was einem bekommt und was nicht. Jeder ist / isst anders ...

Das Zurückfließen des Magensaftes wird natürlich im Liegen gefördert. Wenn Sie Sodbrennen haben, essen Sie lieber 1,5 Stunden vor dem Schlafengehen nichts. Und nehmen Sie bestimmte Körperhaltungen beim Sitzen und Schlafen ein, bei denen die Beschwerden nicht provoziert werden.

Was hilft dagegen?
- nicht im Liegen essen
- kleine Mahlzeiten, dafür aber häufiger etwas zu sich nehmen
- die Speisen langsam und gut kauen
- Essen Sie nichts zu heiß oder zu kalt oder zu stark gewürzt
- nicht direkt hinlegen nach dem Essen, warten Sie 1-
  1,5 Stunden

Eventuell hilft noch:
- Brot und hefehaltige Nahrungsmittel weglassen oder
  andere `Reizstoffe´ wie z.B. Kaffee weglassen
  (individuell verschieden)
- Haferflocken, geschälte Mandeln, Zwieback oder
  Bananen langsam kauen
- Milch trinken (Achtung ! manchmal löst Milch selbst
  Sodbrennen aus)
- ein Teelöffel Senf
- ein Esslöffel Heilerde pur oder in Wasser oder Joghurt 
  aufgelöst
- nach dem Essen Fencheltee in kleinen Schlücken zu 
  sich nehmen
- Bei Sodbrennen morgens nach dem Aufwachen hilft
  etwas Milch trinken oder trockenes Brot kauen
- Kartoffelsaft trinken (eine frische, ungeschälte rohe 
  Kartoffel reiben, den so gewonnenen Kartoffelbrei in 
  einem sauberen Tuch auspressen)  - 2-3 mal täglich
  etwas Saft hiervon trinken. Schmeckt nicht lecker tut
  aber gut.
- Maishaartee

Bei starken Beschwerden:
Fragen Sie immer Ihren Arzt/Ärztin/Hebamme.
Sie werden ein Antazida ( Säure-Gegenmittel ) empfehlen. Diese müssen selber bezahlt werden, da sie nicht auf einem Kassenrezept verordnet werden dürfen.
Das säurebindende Mittel kann man als Lösung, Tabletten oder Kautabletten bekommen. Sie helfen schnell und schmecken meistens wie Kreide (es gibt Ausnahmen, die besser schmecken und sogar in verschiedenen Geschmacksrichtungenn vorhanden sind). Achtung bei der Anwendung - diese Stoffe hinterlassen häufig am Mundwinkel spuren, die man wegwischen kann und die unbedenklich sind, aber nicht ganz elegant aussehen.

Nicht alles dürfen Sie in der Schwangerschaft problemlos einnehmen, deswegen fragen Sie lieber immer einen Experten, bevor Sie selbst ein Medikament aussuchen und einnehmen. Was außerhalb der Schwangerschaft eventuell bedenkenlos ist, kann während der Schwangerschaft für das ungeborene Kind gefährlich sein.

 


Ammenmärchen:

Man erzählte früher und manchmal heute noch, dass Schwangere, die unter starkem Sodbrennen leiden, Babys mit vielen Haaren bekommen. Dies ist wissenschaftlich nicht belegt!  Die meisten Neugeborenen haben wenig Haare und ein Neugeborenes mit langen Haaren ist eher selten und sieht ganz ungewöhnlich aus. Vielleicht sollte das früher ein Trost sein für das durchgemachte Leiden des Sodbrennens.

Autor: Frau Dr. Reeve

Erstmalig erstellt am: 10.01.06
Zuletzt bearbeitet am: -