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Allgemeines zur Schwangerschaft

Wehen

Falsche und echte Wehen - können während der ganzen Schwangerschaft auftreten. Hier lesen Sie, wie sie sich unterscheiden, wie Sie sie merken und wie Sie sich verhalten sollten.

Es gibt viele Bezeichnungen für Wehen und viele verschiedene Wehen. Man spricht von:
Schwangerschaftswehen, Übungswehen, Alvarez Wehen, vorzeitige Wehen, Vorwehen, Braxton-Hichs-Wehen, Senkwehen, Eröffnungswehen, Presswehen, Austreibungswehen, Nachgeburtswehen und Nachwehen - um einige Bezeichnungen zu nennen.

Eine Wehe ist eine mehr oder weniger intensive schmerzhafte Zusammenziehung der Gebärmuttermuskulatur. Eine Ausnahme ist hier die schmerzlose Alvarez Wehe.
Wehen können gemessen werden am Tokogramm (=Wehenschreiber) und werden in mmHg (millimeter Quecksilbersäule, Messeinheit für Druck) gemessen. Der Tokogramm-Messknopf wird am Bauch der Mutter befestigt mit einem Gürtel oder Verband und misst den Druck der Wehe auf die Bauchwand.

Schwangerschaftswehen:
Schwangerschaftswehen oder Kontraktionen können während der gesamten Schwangerschaft auftreten und sind durchaus normal und nicht krankhaft. Sie haben einen Druck bis 20mmHg und dienen der Förderung der Durchblutung der Gebärmutter und Plazenta
(=Mutterkuchen).
Häufigkeit:  4- 10 /Tag
Sie werden auch Vor-, Übungs- oder Probewehen genannt.
Diese Wehen sind nicht besonders schmerzvoll, man merkt sie schon, aber sie sind harmlos. Sie haben keine Wirkung auf den Muttermund. Sie machen sich bemerkbar durch eine Verhärtung der Bauchwand in einem Bereich der Bauchwand oder über die gesamte Bauchwand. Übungswehen kommen unterschiedlich häufig vor. Wenn Sie unsicher sind - führen Sie eine Strichliste für die Wehenanzahl an einem Tag und nehmen diese Liste mit zu Ihrem Artzt - er/sie wird Ihnen sagen ,ob die Häufigkeit der Wehen normal ist.

Alvarez Wellen:
Diese Wehen können ab der zweiten Schwangerschaftshälfte auftreten und sind meistens nicht spürbar, wohl aber am Wehenschreiber sichtbar als kleine Wellen mit einem Druck von unter 5mmHg.Sie können eine hohe Frequenz bzw. Häufigkeit haben - von 5 bis 10 Wehen alle 10 Minuten. Sie wirken wahrscheinlich als Wachstumsreiz für den Gebärmuttermuskel.

Braxton-Hicks-Wehen:
Diese Wehen treten auch ab der zweiten Schwangerschaftshälfte auf - sie sind intensiver als die Alvarezwellen mit einem Druck von etwa 10-30mmHg im Wehenschreiber. Sie treten unregelmäßig auf in Intervallen von mehreren Stunden. Sie fördern die Durchblutung der Gebärmuter, haben Einfluss auf die Lage des Kindes und verhindern Kreislaufregulationsstörungen beim Wechsel von einer liegenden oder sitzenden Position in eine stehende Position (=orthostatische Dysregulation).

Vorwehen:
Vor- oder Senkwehen treten 3-4 Wochen vor dem Geburtstermin auf. Der Druck der Wehe ist unterschiedlich und geht bis 30 mmHg. Sie treten ungleichmäßig auf und haben eine Häufigkeit von 4-12 / Stunde. Sie dienen dem Tiefertreten des Kopfes oder vorangehenden Teils vom Kind und der Reifung des Gebärmutterhalses (= Zervix).

Eröffnungswehen:
Diese Wehen treten zum Beginn der Geburt auf. Der Druck geht bis zu 60mmHg. Sie dauern meistens von 30 bis 60 Sekunden. Sie dienen der Muttermundsöffnung.

Austreibungswehen:
Auch Presswehen genannt. Diese treten auf, wenn der Muttermund vollständig geöffnet ist und der vorangehende Teil des Kindes tiefergetreten ist im Becken. Der Druck geht von 60 bis über 100mmHg und mit Bauchpressen über 200mmHg. Die Häufigkeit ist unterschiedlich und geht bis 6 Wehen alle 10 Minuten. Sie sind regelmäßig. Sie dienen der Austreibung des Kindes.

Nachgeburtswehen:
Diese treten nach der Geburt des Kindes auf, während der Lösung des Mutterkuchens und kurz hiernach. Häufig sehen wir hier eine Dauerwehe. Sie dienen der Lösung, Ausstoßen der Plazenta (= des Mutterkuchens) und der Blutstillung.

Nachwehen:
Diese Wehen treten im frühen Wochenbett auf und während und nach dem Stillen. Die Häufigkeit und der Druck ist unterschiedlich. Sie treten als Dauerwehen, plötzliche, rhytmische, schmerzhafte Wehen auch Reizwehen genannt auf. Sie dienen der Rückbildung, also dem kleiner werden der Gebärmutter und dem Abfließen des Wochenflusses.

 


 

Autor: Frau Dr. Reeve

Erstmalig erstellt am: 28.12.05
Zuletzt bearbeitet am: -