Wenn Sie sich entschlossen haben zu stillen, dann ist es notwendig, dass Sie auch wissen, wie Sie eine Mastitis vermeiden oder wenn sie einmal aufgetreten ist, wie Sie sich davon befreien können. Im Zweifelsfall oder wenn die Mastitis schwer ausgeprägt ist mit Fieber, müssen Sie Ihren Arzt oder die Hebamme konsultieren.
Nichts sollte im Wege stehen, wenn Sie Ihrem Baby die Brust geben möchten.
Mastitis ist eine Infektion hervorgerufen durch einen verschlossenen oder verengten Milchgang in der Brust/Brustwarze der stillenden Mutter und die Infektion mit einem Bakterium. Die Brust wird an der Stelle vor diesem Gang hart - weil sich hier die Milch in den Gängen vor dem Verschluss sammelt und nicht abfliessen kann. Wenn sich die Milch länger staut, dann treten an der Stelle der Verhärtung eine Schwellung, sowie auch eine Rötung der Haut auf - diese Stelle der Brust schmerzt sehr und die Haut wird nicht nur rot sondern glänzt. Sie können dann auch Fieber entwickeln - viele Frauen entwickeln dann grippeähnliche Symptome mit Schüttelfrost und Frösteln. Wenn die Mastitis sich weiter entwickelt, kann es sogar zu einer Abszessbildung kommen. In schweren Fällen ist es nötig zu operieren und Sie müssen abstillen.
Aber wie kann man die Entwicklung einer Mastitis vermeiden? Hier sind einige Tipps:
- Tragen Sie keine zu engen BHs, die die Brüste einengen. Es gibt Still-BHs. Die BHs, die man vor der Schwangerschaft tragen konnte, passen nach der Geburt und beim Stillen meistens nicht mehr. Lassen Sie im Fachgeschäft die BH-Grösse neu bestimmen.
- Schlafen Sie nicht zu viel auf dem Bauch, sondern mehr auf der Seite oder auf dem Rücken.
- Finden Sie den richtigen Stillrhythmus für Sie & das Baby. Verpasste Mahlzeiten können zu prall gefüllten Brüste führen.
- Ggfs helfen spezielle Stillkissen. Vor allem um eine gute Stillposition zu finden - denn Stillen sollte man relaxed tun.
- Wechseln Sie die erst-angelegte Brust immer ab. Viele Frauen machen es am Anfang so, dass sie etwas an den BH stecken oder hängen um die erste Brust zu kennzeichnen - die erste Brust wird schneller und besser leer getrunken als die zweite.
- Vermeiden Sie es zwischendurch eine Flasche zu geben - denn wenn das Baby einmal merkt, dass die Milch einfacher aus der Flasche kommt, wird die Brust häufig abgelehnt, da es anstrengend ist Milch aus der Brust zu saugen. Wenn man eine Flasche geben muss, dann sollte man nach einem Sauger mit dem feinstem Loch fragen - hier muss das Baby sich auch anstrengen um die Milch oder Flüssigkeit zu bekommen.
Was können Sie machen, wenn ein Milchstau schon da ist?
- Vor dem Anlegen die Stelle mit der Verhärtung etwas anwärmen (mit einem Fön, oder einer warmen Kompresse oder einer warmen Dusche)
- Die Brustseite mit dem Stau immer zuerst anlegen, denn die erste Brust wird besser leer getrunken.
- Das Baby so legen, dass es mit dem Kinn auf die harte Stelle drückt. Dabei kann es sein, dass man das Baby dann völlig anders legt, z.B. wenn die harte Stelle rechts außen an der rechten Brust wäre - legen Sie das Kind mit dem Körper auf Ihre rechte Brustkorbseite und die Beine zu Ihrer Seite bzw. nach hinten.
- Beim Stillen die harte Stelle Richtung Brustwarze ausstreichen.
- Ihr Baby ruhig etwas häufiger anlegen - denn die Brust mit der Verhärtung muss gut leer getrunken werden. Also anstatt zu warten bis sich das Baby meldet, verlegen Sie die Stillzeit um 30 bis 60 Minuten vor.
- nach dem Anlegen die Stelle kühlen - mit einem Eispack oder mit kaltem Quark aus dem Kühlschrank.
Der häufigste Fehler ist:
das Baby wird an der harten schmerzenden Brust nicht mehr angelegt, man vermeidet das Stillen. Aber im Gegenteil - man muss gerade jetzt mehr anlegen!
Wenn Fieber dazu kommt oder die Stelle an der Brust stärker
schmerzt oder rot wird - dann müssen Sie Ihren Arzt
aufsuchen.
Was wird der Arzt
machen?
Wenn es noch nicht so schlimm ist, wird der Arzt alle
oben angegebenen Maßnahmen empfehlen.
Eventuell bekommen Sie ein Spray verordnet (Syntocinon
Nasenspray), das dafür sorgt, dass die Milch besser fliessen
kann. Man muss einen Hub pro Nasenloch, 1-2 Minuten vor
dem Stillen einsprühen.
Evtl. kann es sein, dass man einmal eine halbe oder eine ganze
Abstilltablette einnehmen muss, um die Milchproduktion
kurz stocken zu lassen (Pravidel 2,5 mg), aber dies wird
relativ selten nötig sein.
Bei richtigen ausgeprägten
Entzündungen wird es nicht ohne eine Antibiotikagabe möglich
sein, die Entzündung zu bremsen. Wenn man soweit ist, muss man
meistens abstillen oder zumindest vorübergehend die Milch
verwerfen. In dieser Zeit gibt man die Flasche. Die meisten
Frauen entscheiden sich aber, wenn es soweit gekommen
ist, ganz abzustillen.
Also, wenn es irgendwie geht, lassen Sie es gar nicht
erst so weit kommen.
Bei Mastitis noch:
-
vermeiden Sie Stress
- schlafen Sie gut und genug
- Echinacea und Vitamin C stärken das Immunsystem
- In die kühlenden Quarkumschläge noch zusätzlich Lavendelöl einmischen
- Retterspitz-Umschläge oder Umschläge aus gekochten Kohlblättern
- Bockshornkleesametee trinken
Und wenn Sie es noch nicht besitzen, dann kaufen Sie sich
spätestens jetzt das beste Buch, das es
zum Thema gibt:
Das Stillbuch
von Hanny Lothrop
wenn Sie das gelesen haben - dann sind Sie Stillprofi
und wissen mehr als die meisten Ärzte oder Hebammen!
