Benutzer Online: 309 (Heute: 2449)
Sie sind hier: Themen/Infos

Allgemeines zur Schwangerschaft

Folsäure ist wichtig

Folsäure gehört zu der Vitamin B Gruppe. In der Schwangerschaft benötigen Sie doppelt so viel Folsäure wie normal! Da ist die Versorgung mit Folsäure nur durch die normalen Ernährung kaum möglich. Wir wissen, dass die Folsäureeinnahme vor der Empfängnis, die Folsäurereserven so aufstocken kann, dass das Risiko für ein Baby mit Spina bifida ("offene Rückenmissbildung") abnehmen kann. Aber was kann es noch verhindern und wann genau sollen Sie mit der Einnahme beginnen?
Folsäure ist wichtig
Folsäure Plus

Schon seit Jahren ist bekannt, dass eine ausreichende Folsäureeinnahme das Risiko für Spina Bifida vermindern kann. Sie sollten es schon ca. 4 Wochen vor der Empfängnis einnehmen, besser noch 3 Monate vorher, und sollten es mindestens bis zur abgeschlossenen 12. Schwangerschaftswoche, besser noch bis zur Geburt, einnehmen.
Schwierig ist es vorherzusagen, wann man schwanger wird und somit ist es zu empfehlen Folsäure schon einzunehmen sobald Sie versuchen werden schwanger zu werden.

Einige Studien berichten auch, dass auch das Risiko für Frühgeburten, Fehlgeburten, Präeklampsie ("Schwangerschaftsvergiftung") und eine vorzeitige Plazentalösung durch die Einnahme von zusätzlicher Folsäure vermindert werden kann.

Warum sollte ich Folsäure bis zur abgeschlossenen 12. Schwangerschaftswoche einnehmen?
In den ersten 12 Wochen der Schwangerschaft entstehen alle Organe beim Kind - nach der 12. Woche ist der Rücken ausgebildet und verschlossen. Hiernach wächst das Kind `nur´. Wenn Sie während der gesamten 12. Wochen Folsäure zusätzlich nehmen ist das Risiko für offene Rückenmissbildungen verringert.

Warum sollte ich dennoch Folsäure auch nach der 12. Schwangerschaftswoche nehmen?
Da einige Studien von verringertem Risiko für Fehlgeburten und Frühgeburten, sowie einigen anderen Schutzwirkungen (siehe oben) berichten und eine Folsäureeinnahme nicht schadet, sollte man die Einnahme ruhig bis zur Geburt fortsetzen.

Was macht Folsäure genau?
Folsäure als wichtiges Vitamin ist ein Baustein für die Bildung von neuen Zellen, für die Zellteilung, auch die Bildung und Teilung von Blutzellen, und fördert die Entwicklung des Gehirns.

Was ist Spina bifida?
Spina bifida ist eine Fehlbildung bei der Teile von einem oder mehreren Wirbelkörpern sich nicht zu einem Ring verschliessen (zum Rücken hin) und dadurch das Rückenmark (Teil des Zentralnervensystems, das sich im Rücken befindet) oder die darinliegenden Nerven freiliegen und nicht abgedeckt - so wie es sich gehört. Spina bifida kann überall an der Wirbelsäule vorkommen, aber es kommt am meisten im unteren Bereich des Rückens vor  .Wie ausgeprägt die Folgen von einem offenen Rücken sind, hängt davon ab, wie viel von dem zentralen Nervensystem offen liegt.

Es gibt verschiedene Ausprägungsgrade der Spina bifida. Es gibt eine leichte Form, wobei die Wirbelbögen zweigespalten sind ohne Fehlbildung des Nervensystems oder die darüber liegende schützende Haut. Es gibt schwere Formen mit größeren Knochendefekten und begleitenden Defekten des Nervengewebes und der Nervenhäute. Sie können zu Lähmungen, Hydrocephalus (Wasserkopf) und Harninkontinenz (man kann den Urin nicht halten) führen.

Braune mit Haar bedeckte Muttermale am Rücken

Wenn beim entwickelnden Embryo die Haut, das Gehirn, das Rückenmark und die Nerven entstehen und von den selben Zellen abstammen, kann es sein, dass ein Muttermal, oder eine dunkle Färbung der Haut mit vielen Haaren darauf, auch das einzige Zeichen für einen späten Verschluss des sogenannten Neuralrohrs sein kann.

Folsäure in der Schwangerschaft
Innerhalb der ersten 4 Wochen nach der Empfängnis passiert folgendes: von einer flachen Zellansammlung entstehen die Wirbelsäule und das Rückenmark, in dem die Zellen ein längliches Rohr mit einem darin enthaltenden Hohlraum bilden. Der Verschluss von diesem Organ ist sehr wichtig und geschieht früh in der Schwangerschaft.
Deswegen ist es wichtig,  Folsäure schon vor der Empfängnis einzunehmen, damit man nicht in einen Folsäuremangelzustand kommt.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Schwangere ausreichende Mengen von Folsäure im Blut brauchen um diesen Ablauf zu unterstützen. Schwangere mit zu niedrigen Folsäuremengen im Blut haben ein höheres Risiko ein Kind mit offenen Rückenmissbildungen zu bekommen.
Normalerweise wird Folsäure schnell aus dem Blut geholt, aber in der Schwangerschaft geschieht dies bis zu 4 x so schnell - man kann also schneller einen Folsäuremangel bekommen.

Häufigkeit von offenen Rückenmißbildungen:
1:1000
Wiederholungsrisiko: ca. 6,5%

Durch die Folsäuregabe mindestens 4 Wochen vor der Empfängnis könnten nahezu 500 Fälle pro Jahr vermieden werden.

Wie nimmt man Folsäure?
Es reicht nicht nur folsäurehaltige Nahrungsmittel einzunehmen.
Die Experten haben sich geeinigt, dass eine tägliche Dosis von 400 microgramm = 0,4 mg ausreicht.
Bei Frauen die ein familiär erhöhtes Risiko für offene Rückenmissbildungen haben ist eine Dosierung von 4mg nötig.
Experten empfehlen, wenn möglich 3 Monate bevor man versucht Schwanger zu werden, es schon einzunehmen.
Folsäure wird in Form einer Kapsel eingenommen oder als Getränk.


Folsäure in der Nahrung
Grünes Blattgemüse - je dunkler je besser,
Spinat, Salatblätter, Spargel, Tomaten, Gurken,
Pilze, Vollkornbort, Nüsse - besonders Walnüsse, Erbsen und Bohnen liefern Folsäure. Aber auch in tierischen Lebensmitteln wie Leber (sollte man aber auch nur 1 x pro Woche höchstens essen).
Rindfleisch, Obst und Fisch haben wenig Folsäure.


Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Frauen die Antikonvulsiva (wird eingenommen bei Anfallsleiden wie Epilepsie) einnehmen müssen beachten- ACHTUNG : Folsäure vermindert die Wirkung Ihrer Medikamente!


Kosten:
Da die Folsäure zu der Gruppe der Vitamine gehört - wird sie für Kassenpatientinnen nur auf ein grünes Rezept verordnet - das heißt, man muss die Folsäure, wie alle anderen Vitamine, selbst bezahlen. Sie wird nicht von der Kasse vergütet.
Aus diesem Grund wird die Folsäure häufig vernachlässigt, obwohl sie sehr wichtig ist.
Manche Privatkassen erstatten die Kosten.

 


 

Autor: Frau Dr. Reeve

Erstmalig erstellt am: 29.01.06
Zuletzt bearbeitet am: -