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Ihr ständiger Begleiter in der Schwangerschaft

Mutterpass - Seite 3

Auf der Seite 3 Ihres Mutterpasses finden Sie die Ergebnisse weitere Laboruntersuchungen. Diese werden in diesem Themenbereich erklärt.
Mutterpass - Seite 3
Mutterpass - Seite 3
  • Nachweis von Chlamydia trachomatis-Antigen aus der Zervix - Chlamydia trachomatis ist ein kleines gramm-negatives Bakterium mit besonderen Eigenschaften - es ist der häufigste Erreger bei den Geschlechtserkrankungen. Wenn eine schwangere Frau eine unbehandelte Chlamydieninfektion hat, kann es zu einem vorzeitigen Blasensprung kommen, zu Frühgeburten, Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht. 20-50% aller Neugeborenen, deren Mütter mit Chlamydien infiziert sind, entwickeln eine Konjunktivitis (Augen-Bindehautentzündung) und 10-20% entwickeln eine Lungenentzündung. Das sind sicher keine Besonderheiten, die man sich in der Schwangerschaft wünschen würde. Die Routine-Untersuchung auf Chlamydien gehört glücklicherweise seit ca. 1995 zu den Mutterschaftsrichtlinien und muss bei jeder ersten Mutterschaftsvorsorgeuntersuchung durchgeführt werden. Fällt Ihr Test für Chlamydien positiv aus, werden Sie und Ihr Partner eine Antibiotika-Therapie bekommen - der Chlamydien Test sollte nach der Therapie kontrolliert werden - aber nicht zu früh. Die Antibiotika wird man Ihnen erst ab der vollendeten 12. Schwangerschaftswoche geben, weil gerade diese ersten 12. Wochen wichtig für die Entwicklung des Babys sind. Man wird deswegen die Therapie erst nach Abschluss der 12. Woche beginnen, auch wenn die Diagnose einer Chlamydieninfektion schon z.B. in der 9. Woche festgestellt wurde. Dies wird so gehandhabt, da man immer so wenig Medikamente, wie möglich in der Frühschwangerschaft verabreicht. Und das ist auch in Ordnung so und sollte Sie nicht beunruhigen.
  • LSR  - Lues Such Reaktion: Diese wird bei der ersten Mutterschaftsvorsorge standartmässig durchgeführt. Es ist ein Suchtest auf Syphylis - auch harter Schanker oder Franzosenkrankheit genannt. Syphilis ist eine sexuell übertragbare meldepflichtige Erkrankung/ Geschlechtserkrankung. In den 90er Jahren war diese Erkrankung sehr selten. In den letzten Jahren kommt sie wieder häufiger vor. Die Syphilis kann mit Antibiotika behandelt werden, nämlich Penicillin. Wird eine Syphylis nicht behandelt, kann eine Schwangere Ihr Kind auf dem Blutweg mit den Bakterien anstecken und das Neugeborene kann eine angeborene, sogenannte konnatale Syphilis bekommen. Eine Syphilis Erkrankung kann auch zu Fehlgeburten führen oder Missbildungen hervorrufen.
  • Antikörper-Suchtest-Kontrolle - Diese Kontrolle findet bei unklarem Antikörper-Suchtest bei der ersten Mutterschaftsvorsorge statt - wobei hier das Erst-Ergebnis auf der Seite 2 Ihres Mutterpasses steht. Normalerweise wird dieser Test aber erst zwischen der 24. und 27. Woche bei jeder Schwangeren kontrolliert. Dies ist ein Test um sicher zu gehen, dass sich während der Schwangerschaft keine Antikörper gebildet haben. Es ist vor allem bei schwangeren Frauen mit Rhesus-negativer Blutgruppe wichtig dieses Testergebnis zu haben und dass es negativ ist, bevor man die Anti-D-Gabe durchführt (siehe Rhesus negativ).
  • Röteln-HAH-Test-Kontrolle  Auch diese Kontrolle wird nur durchgeführt, wenn bei dem ersten Test ein auffälliger Titer gemessen wurde.
  • Nachweis von HBs-Antigen aus dem Serum - Hier wird das mütterliche Blut auf Hepatitis B Antigene getestet, das heißt, es wird geschaut, ob die Mutter eine Hepatits B Infektion hat - die sie nach der Geburt an Ihr Baby weitergeben könnte. Um dies zu vermeiden, wird jede Frau am Ende der Schwangerschaft, vor der Geburt, hierauf getestet. Falls Sie eine Hepatits B Infektion haben, wird das Neugeborene eine Hepatitis Impfung nach der Geburt bekommen, und somit vor der Ansteckung mit dem Hepatitis Virus geschützt sein.
Autor: Frau Dr. Reeve

Erstmalig erstellt am: 30.05.06
Zuletzt bearbeitet am: -