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Mehrlinge - Wenn das Glück 2 oder 3 x zuschlägt.....

Herzlichen Glückwunsch - Sie sind schwanger - Es sind zwei!

Erlebnisbericht einer stolzen Mutter von Zwillingen.
Herzlichen Glückwunsch - Sie sind schwanger - Es sind zwei!
Zwillinge

Im Mai 2005 wurde ich schwanger. Nach dem ersten Termin beim Frauenarzt wusste ich, dass ich zwei Kinder bei mir trug. Dies hätte ich mir nie träumen lassen. Ich bekomme Zwillinge, das kann doch gar nicht, dass ich soviel Glück habe. Aber es war tatsächlich so. Ich bekomme Zwillinge. Als der Frauenarzt sagte, dass die Möglichkeit bestehe, das eines noch absterben könnte, weil es noch so früh in der Schwangerschaft war, hatte ich auch schon meine ersten Sorgen um die beiden.

Ich war eigentlich vom ersten Tag der Schwangerschaft an schnell müde. Ab der 8. Woche kam zu der Müdigkeit auch noch Übelkeit hinzu und ich musste mich fast täglich übergeben, aber das nimmt man doch gerne in Kauf, wenn man Zwillinge bekommt.

Bei 12 Wochen fing mein Bauch an zu wachsen, beim Frauenarzt waren alle Kontrollen in Ordnung, und auch so hatte ich wenige Beschwerden.

Bei 14 Wochen haben wir ein Frühscreening machen lassen und wieder war alles in Ordnung. Es wurde gesagt, dass ich einen Jungen und ein Mädchen bekäme. Darüber war ich natürlich sehr froh.

Mein Bauch wurde immer dicker und ich musste immer öfter zur Toilette. Treppen laufen wurde auch immer schwieriger. Ab der 15. Woche musste ich Jodtabletten einnehmen, weil die Schilddrüsenwerte zu niedrig waren. Ich habe auch Femibion Tabletten genommen, weil es gut war für die Kinder, aber ich brauchte diese Dinger nur zu riechen und mir wurde schon übel, aber was muss das muss.

Kurz darauf bekam ich auch noch eine Angina und durfte zwei Wochen lang nicht arbeiten.

Ab der 20. Woche durfte ich keine Süßigkeiten mehr essen, weil ich einen zu hohen Zuckerspiegel hatte und ich musste 3 Mal täglich messen, ob der Zuckerspiegel nicht zu hoch war.

Ab und zu fühlte ich die Beiden im Bauch, aber im Allgemeinen waren sie ziemlich ruhig. Wenn mein Mann seine Hand auf meinen Bauch legte, kamen die Beiden und drückten sich richtig dagegen an.

In der 22. Woche haben wir einen Organultraschall machen lassen, hierbei war wieder alles in Ordnung, nur beim Kleinsten waren die Röhrenknochen zu kurz. Dies kann vererblich sein oder es kann deuten auf das Syndrom von Down sagte der Untersucher. Diese Worte werde ich nie mehr vergessen, und die Emotionen, die ich bekam vergesse ich auch nie mehr. Es war, als ob man im verkehrten Film sitzt. Ich wollte sofort eine Fruchtwasseruntersuchung machen lassen, weil ich wissen wollte, was los war, aber der Untersucher riet uns erst mal ein paar Wochen zu warten und dann noch mal nach zu messen. Das haben wir dann auch nachdem der Frauenarzt uns auch noch beruhigt hat, gemacht und beim zweiten Mal war alles bei Beiden gut gewachsen und wir haben es dabei gelassen. Ach ja, bei dem Organultraschall entdeckte der Untersucher, dass er beim ersten Mal daneben lag, er sah jetzt, dass es definitiv zwei Jungs waren anstatt Junge und Mädchen. Hiermit war ich natürlich genauso froh, wie mit einem Jungen und einem Mädchen.

Ich fing an Rückenschmerzen und Schmerzen in der Hüfte zu kriegen. Und unsere Jungs fingen an sich mehr zu bewegen.

In der 29. Woche wurde das erste CTG gemacht - das war so, wie es sein sollte, aber der Muttermund war zu kurz und ich musste ein paar Tage später zurück zur Kontrolle. Da war der Muttermund noch kürzer und ich wurde ins Krankenhaus eingewiesen, hier bekam ich eine Spritze zur Lungenreifung der Kinder und ich musste im Bett liegen bleiben, ich durfte nur vom Bett bis zur Toilette und zurück. Als ich im Krankenhaus ein CTG bekam, war Wehentätigkeit zu sehen und ich bekam Medikamente, die die Wehen bremsen sollten. Das hat geholfen und nach 2 Wochen Krankenhausaufenthalt durfte ich endlich wieder nach Hause.

Ich hatte mich aber zu früh gefreut, als ich zwei Tage nach der Entlassung beim Frauenarzt zur Kontrolle kam, hatte sich der Muttermund schon geöffnet und es war wieder Wehentätigkeit im CTG zu sehen, ich musste sofort wieder ins Krankenhaus und bekam eine Tokolyse gegen die Wehen. Nach ein paar Tagen war die Wehentätigkeit wieder weg. In der 33. Woche hatten wir eine Besprechung mit dem Oberarzt im Krankenhaus und er sagte uns, dass die Tokolyse in der 34. Woche abgesetzt werden würde. Er wollte von uns wissen, welche Form der Entbindung wir wollten und wir sagten nur "was das Beste für die Beiden ist". Da riet uns der Oberarzt einen Kaiserschnitt, weil der Gewichtsunterschied zwischen den Beiden nicht gering war. Wir nahmen den Rat an und haben uns entschieden für einen Kaiserschnitt.

Am Tag als die Tokolyse abgesetzt wurde, kam mein Mann mich zusammen mit seiner Mutter besuchen. Als die Beiden kamen, lag ich noch am CTG und da sagte mein Mann zu seiner Mutter, "ich kann dich nicht mehr nach Hause bringen". Ich dachte noch, "was sagt der jetzt" aber dann sah ich dass ich alle fünf Minuten Wehentätigkeit hatte im CTG. Die Schwester die kam, rief sofort den Oberarzt und als der um 21 Uhr kam und alles kontrollierte, sagte er, dass wenn wir noch denselben Standpunkt über die Entbindung hätten, es sofort in die Wege geleitet werden müsse. Ich wusste nicht, was ich hörte, ich wollte die Beiden schließlich noch ein paar Wochen länger im Bauch tragen, aber es ging nicht anders und mein Mann nickte zum Oberarzt. Der leitete sofort alles in die richtigen Bahnen und innerhalb einer halben Stunde standen wir unten im Kreissaal. Am selben Abend noch war ich Mutter von zwei wunderschönen Kerlen. Das Erstgeborene heißt Ingo und der andere Kerl heißt Rowan. Mein Mann ist nachts noch zu den Beiden auf die Kinderintensivstation und hat Fotos von meinen Jungs für mich mit runter genommen. 

Lesen Sie den Erlebnisbericht von dem Papa!


Herzlichen Dank für diesen Beitrag!
Autorin: Rowena Kersic
Mutter von Zwillingen 
wohnt in Nordrheinwestfalen, Deutschland
ursprünglich aus den Niederlanden

Autor: Frau Dr. Reeve

Erstmalig erstellt am: 29.06.07
Zuletzt bearbeitet am: -