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Bei Mutterpass.de steht der Vater nicht im Abseits

Großeltern zu Besuch?

 " Meine Frau und ich überlegen, ob ihre Eltern nach der Geburt zu Besuch kommen sollen. Können Sie uns einen Ratschlag geben? - Die Schwiegermutter hat ihre Hilfe angeboten und sie würden bei uns schlafen - ich weiß nicht, ob sie so hilfreich sein werden "

schwangerer Vater Peter

 

 

 

Meinen Ratschlag an Peter lesen Sie hier -

Ratschläge von älteren und mehr erfahrenen Eltern um durch die ersten Tage mit Baby zu kommen, bieten häufig eine große Unterstützung und Hilfe. Gute Ratschläge beim ersten Baden zum Beispiel oder Hilfe im Haushalt - aber Vorsicht ist geboten - die meisten Familienmitglieder möchten nicht putzen oder einkaufen - sie möchten mit dem Baby im Arm sitzen!

 

Eigene Eltern haben häufig andere traditionelle Einstellungen, was die Baby-Betreuung oder Stillen etc. angeht.  Es kann also durchaus sein, dass die Hilfe die ihre eigenen Eltern anbieten gar nicht so hilfreich ist. Manche Ratschläge können sogar gefährlich sein. Großeltern haben häufig völlig andere Ideen darüber wie man badet, stillt, wickelt, anzieht, füttert, trägt, zum Schlafen legt ....
Die Zeit des Bondings ist sehr wichtig. Das ist die erste Zeit nach der Geburt und zu Hause für Baby mit Mutter und Vater und evtl. Geschwister.
Zu viele Ratschläge und Hilfe kann das Erlebnis der eigenen Erfahrungen stören. Manche Ratschläge von den Großeltern können auch überholt sein und sogar ungeeignet oder falsch sein.

Das Einquartieren von Besuch kann auch postnatalen Stress erhöhen für alle - Mutter,Baby und Vater.

Hilfe nach der Geburt sollte sich auch nicht nur um das Baby drehen. Eine gute Hilfe ist jemand, der sich um die anderen Aufgaben des Alltags  kümmert - wie z.B.: Einkäufe, kochen, putzen, Wäsche waschen....

Es ist nicht jemand, der das Baby übernimmt und sich nur darum kümmert.

 

"Als ich mit meinem ersten Baby nach Hause kam war ich erst froh, dass meine Mutter zu Besuch kam, da ich alleinstehende Mutter war. Aber sie nahm das Baby nach dem Stillen, setzte sich auf das Sofa, und hielt es schlafend in den Armen - ich passe schon auf, sagte sie, geh Du nur bügeln... Ich gehorchte und kümmerte mich um die Wäsche - aber ich war so unendlich traurig und leer - es war, als ob eine zweite Nabelschnur plötzlich durchschnitten wurde - ich heulte und bügelte und meine helfende Mutter saß nichtstuend auf meinem Sofa mit meinem Baby! Beim zweiten Baby habe ich ihre Hilfe dankend abgelehnt! "

 

 

 

Susanne, erfahrene Mutter

 

 

 

Einquartierter Besuch kann sehr anstrengend sein, man hat das Gefühl man muss sie auch noch beschäftigen oder unterhalten. Diese Zeit ist zur Ruhe und Erholung besser genutzt.

 

 

 

Wenn Sie nach der Geburt Ihre eigenen Eltern gerne um sich rum haben, ist das fein, aber die Hilfe sollte sich nicht auf das Baby sondern auf andere Aufgaben beschränken  - das Baby muss in ihrem Aufgabenbereich bleiben.

 

 

 

Eigene Eltern, die weit weg wohnen, sollte man zu einem etwas späteren Zeitpunkt einladen, wenn man selbst schon etwas Erfahrung gesammelt hat und wenn Sie sich selbst gut fühlen in ihrer neuen Rolle.  Wenn die eigenen Eltern in der Nähe wohnen kann man kurze geplante Besuche vereinbaren.

 

 

 

·        Wenn Hilfe, dann sollte die Hilfe auch wirklich belastende Arbeiten abnehmen - z.B. Wäsche waschen, bügeln, Einkäufe erledigen, kochen, putzen....

 

·        Besuchszeiten kurz halten - das gilt auch für anderen Besuch.

 

·        Besuchszeiten einplanen, feste Zeiten nehmen. Plötzliche unerwaretete Besuche vermeiden.

 

·        Seien Sie konsequent, aber positiv was die Einschränkungen des Besuches betrifft.

 

·        Die Zeit des Bondings ist kurz und vergänglich - sie ist so vorbei, genießen Sie es zu Dritt (ggfs mit anderen Geschwisterkindern)

 

·        Wenn der Besuch da ist, sorgen Sie dafür, dass Sie den Besuch eine halbe Stunde vor Ende der Besuchszeit an die Zeit erinnern. ( Ach, schade in einer halben Stunde ist die Besuchszeit vorbei, danach müssen wir die Ruhezeit einhalten, es war so schön mit Euch) 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie kann man die Hilfe der eigenen Eltern auf eine nette Art ablehnen?

 

Wichtig hierbei ist es erstmals positiv über die angebotene Hilfe zu reagieren, danach die Sachlage, wie Sie es wünschen zu korrigieren, und dann die Besuchszeiten, nämlich nicht zu lang und nicht ungeplant, mitzuteilen - die Begründung der Einschränkungen und "Schuld" dafür können Sie dem Arzt oder anderen Institutionen geben, die anerkannt sind für ihr professionelles Wissen über Geburt & Baby etc.

 

Zum Beispiel so:

 

" Mutter,  wir können uns vorstellen, dass Ihr als frischgebackene Oma & Opa beim neuen Enkelkind zu Besuch kommen möchten. Wir schätzen das sehr und wir hoffen, dass wir solche guten Eltern werden, wie ihr es seid! Für uns als frischgebackene Eltern ist es wichtig, dass wir eigene neue Erfahrungen mit unserem Baby zusammen machen als Vater und Mutter, dafür hat uns der Arzt für die erste Zeit empfohlen Ruhestunden einzuhalten und Besuche kurz zu halten und zu bestimmten Zeiten zu empfangen. Diesem Ratschlag möchten wir strikt folgen.   

 

Wann möchtet ihr kommen? "

 

Daraufhin können manche Eltern darauf bestehen, dass sie doch nicht stören und nicht im Weg sind etc. und die Ruhezeiten nicht stören werden. Hier muss man einfach nochmals betonen, dass man die Ratschläge strikt befolgen möchte. Hier sollten Sie nicht von abweichen - im schwierigsten Fall werden eigene Eltern bis zu dreimal die gleichen Fragen stellen um doch kommen zu können. Hier sollten Sie einfach dreimal die gleiche Antwort geben - freundlich, nett aber bestimmend. Sie brauchen keine Erklärungen finden für ihr Verhalten - einfach immer wieder betonen, das was sie anfangs gesagt haben. Nach dem Motto: " Ja, wir verstehen, dass ihr gerne kommen möchtet, aber wir möchten doch den Ratschlag des Arztes strikt befolgen." Die eigenen Eltern werden endlich zustimmen und werden nicht auf Sie böse sein sondern die Situation akzeptieren.

 

 

 

 

 

 

 

Mein Ratschlag für Peter ist folgender:

 

Wenn Du jetzt schon bedenken hast, wird Deine Schwiegermutter eher zu den Hilfe-Typen gehören, die sich um alles kümmert, aber keine Arbeiten abnimmt. Sie wird eher Arbeit machen und Sie wird eine Last sein.

 

Lehne ihre Hilfe dankend ab und genieße die erste Zeit mit Deinem Baby und Deiner Frau. Plane schon, wann die Oma zu Besuch kommen kann und wann sie wieder geht.

Autor: Frau Dr. Reeve

Erstmalig erstellt am: 16.07.07
Zuletzt bearbeitet am: -