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Erkrankungen in der Schwangerschaft

Schwanger und Listeriose

Eine Listeriose Erkrankung in der Schwangerschaft ist für das ungeborene Baby sehr gefährlich - deshalb ist es wichtig eine Listeriose Erkrankung überhaupt zu vermeiden!
Hier lesen Sie alles über diese Erkrankung - wie Sie sie vermeiden können und wie sie therapiert wird.

Listeriosis wird hervorgerufen durch Bakterien, genannt Listeria monocytogenes. Diese Bakterien findet man bei Haustieren, Nagetieren, Vögeln und auch in der Erde. Übertragen werden die Bakterien auf den Menschen durch sogenannte Schmutz- oder Schmierinfektionen, sowie auch durch den Genuß von infizierten Nahrungsmitteln.

Symptome der Erkrankung treten zwischen 12 Stunden und 30 Tage nach der Infektion auf!

 

Listerien können in folgenden Nahrungsmitteln enthalten sein:

 

  • Nicht pasteuerisierte Milch
  • Nahrungsmitteln gemacht mit nicht pasteurisierter Milch
  • Auf / In der Rinde von Käsesorten, welche in Holzkisten reifen, nicht pasteurirsierte weiche Käsesorten oder sogenannte blaue Käsesorten  - Camembert, Brie, Feta, Roquefort, Stilton, Schafskäse, einige Mozzarellasorten
  • Kalt geräucherten Produkten, wie z.B.: Forellen, Räucherlachs, in Soße eingelegter Hering, Salzlake, graved Lachs
  • Ungewaschenem rohem Gemüse (da es in der Erde sitzt)
  • Rohem Fisch, wie in Sushi, Sashimi
  • Nicht durchgegartes Fleisch, wie Hühnerfleisch, rote Fleischsorten, Hot dogs

 

Kochen und Braten beseitigt die Listerien. Karotten enthalten keine Listerien, da sie einen Stoff enthalten, der Listerien vernichtet.

 

Außerhalb der Schwangerschaft und in der Schwangerschaft zeigt die Listerioseerkrankung folgende Symptome:

  • Schlechtes Allgemeinbefinden
  • Rückenschmerzen
  • Gliederschmerzen
  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Fieberschübe
  • Cystitis (Blasenentzündung)
  • Pyelonephritis (eitrige Nierenentzündung)

 

 

Beinahe ein Drittel aller Erwachsenen sind Träger von Listeriosen und haben T-Lymphozyten, die speziell gegen Listeriosen gerichtet sind.
Schwangere Frauen sind 10 fach mehr anfälliger für eine Listerioseerkrankung als nicht Schwangere. Bakterien im Blut der Schwangeren oder Bakterien im Bereich der Scheide können durch die Plazenta bzw. transvaginal (durch die Scheide) eine Infektion des ungeborenen Babys hervorrufen.

 

Was bewirkt eine Infektion mit Listeriosen beim Feten?
Die Auswirkungen bei Feten hängen vom Zeitpunkt der Infektion in der Schwangerschaft ab. Frühe Infektionen, also in den ersten Wochen/Monaten führen zu Fehlgeburten/Aborten oder zum sogenannten intrauterinen Fruchttod. Spätere Infektionen führen zu Frühgeburten von Neugeborenen, die eine schwere Erkrankung haben -  die Babys entwickeln schon in den ersten Lebenstagen Zeichen einer schweren septischen Erkrankung mit Atemnot und ein starkes Exanthem (Hautausschlag).  Es besteht eine 50-60%ige Sterblichkeit - auch bei früh einsetzender Therapie mit Antibiotika,  ohne eine Therapie sterben fast alle diese Kinder.

Eine besondere Form der Erkrankung, die mit einer Meningoenzephalitis auftritt (Hirnhaut- und Hirnentzündung) wird wahrscheinlich ausgelöst durch eine Infektion erst während der Geburt oder nach der Geburt durch die Muttermilch oder durch die Nase.
Die Prognose ist hier besser, aber Dauerschäden sind auch hier beim Kind zu erwarten.

Die Diagnose erfolgt durch den Nachweis der Erreger, im Blut, Liquor (Rückenmarkspunktion), Stuhl, Urin, Rachen- oder Vaginalabstriche der Mutter oder des Neugeborenen.

 

 

 

Therapie:

Ampicillin oder Amoxicillin sind Medikamente der Wahl. Sowohl während der Schwangerschaft als auch beim Neugeborenen. Es wird eine hohe Dosierung über 2 Wochen verabreicht.

Es gibt auch einige Antibiotika, die als zweite Wahl genommen werden können.

 

 

 

 

Achten Sie darauf alle Fleischsorten gut durch zu kochen oder braten. Denn Hitze vernichtet die Listeriose Bakterien völlig. Aufpassen sollte man wegen der Möglichkeit der Kontamination von Nahrungsmitteln durch andere infizierte Nahrungsmittel - das heißt z.B. ein infiziertes Stück Fleisch wird auf einer Arbeitsfläche geschnitten und danach werden andere Nahrungsmittel auf dem selben Platz geschnitten, die man anschließend nicht kocht z.B. Salat - die Listeriosen sind durch das Kochen nicht mehr im Fleisch, aber waren auf der Arbeitsfläche und sind jetzt auf dem Salat.
Arbeitsflächen also immer gut putzen bevor man andere Nahrungsmittel darauf verarbeitet.

 

 

Da eine Listeriose Infektion schwer zu diagnostizieren ist, da die Beschwerden so unspezifisch sind und da die Folgen sehr schwer sein können, ist es sicherlich besser sehr auf die Ernährung zu achten.

 

 

Autor: Frau Dr. Reeve

Erstmalig erstellt am: 20.07.07
Zuletzt bearbeitet am: -