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Wenn man Vater wird von Zwillingen!

Ein Erlebnisbericht vom stolzen Zwillingsvater
Christiaan Kersic:
Wenn man Vater wird von Zwillingen!
Zwillinge

Zwillinge und Schwangerschaft

In Mai 2005 wird meine Frau schwanger. Beim ersten Termin (7e Schwangerschaftswoche) beim Frauenarzt wird ein Ultraschall gemacht und wir hören, dass es eine Zwillingsschwangerschaft ist. Wir sind überglücklich. Der Frauenarzt sagt aber, dass die Möglichkeit bestehe, dass eins der beiden Feten abstirbt (Vanishing Twin Syndrome), hiermit haben wir auch bereits unsere ersten Sorgen. Wird alles gut gehen und werden beide Feten wachsen?

Meine Frau ist den ganzen Tag sehr müde. Ab der achten Woche ist ihr ständig übel.

Eine Woche später (8e Schwangerschaftswoche) haben wir erneut einen Termin beim Frauenarzt. Es wird wieder ein Ultraschall gemacht und alles ist in Ordnung mit den Beiden und es sind zwei klopfende Herzen zu sehen.

Alle vier Wochen musste meine Frau zum Frauenarzt zur Kontrolle und bei 14 Wochen Schwangerschaft haben wir ein Frühscreening machen lassen, wobei die Nasenbeinlängenmessung, Nackentransparenzmessung, und Kontrolle des Herzens über Ultraschall gemacht wurde. Weil es eine Zwillingsschwangerschaft war hatte es keinen Zweck eine Blutuntersuchung zu machen. Aus dem Frühscreening kam ein Wert von 1:4000. Dies bedeutet, dass die Chance, dass eines der Kinder eine chromosomale Abweichung hat 1:4000 beträgt. Das war ein beruhigendes Resultat. Der Untersucher hatte auch gesehen welches Geschlecht die Beiden hatten. Es sei ein Junge und ein Mädchen, und auch dies fanden wir eine erfreuliche Nachricht. Man sieht jetzt, dass der Bauch anfängt zu wachsen.

In der fünfzehnten Woche wird beim Hausarzt Blut abgenommen und untersucht. Die Schilddrüsenwerte sind zu niedrig, deshalb bekommt meine Frau Jodtabletten um die Werte wieder zu verbessern.

In der sechzehnten Woche bekommt meine Frau eine Angina und wird für zwei Wochen krankgeschrieben. Nach den zwei Wochen ist sie wieder gesund und den beiden Kleinen geht's noch immer gut. Die Übelkeit lässt langsam ein bisschen nach.

Der Bauch wächst und die Schwangerschaft ist gut zu sehen. Die Beiden liegen mit dem Kopf nach unten.

In der zwanzigsten Woche wird eine anfangende Schwangerschaftsdiabetes festgestellt und meine Frau muss drei Mal am Tag ihren Blutzucker messen. Sie muss darauf achten, dass sie so wenig Zucker wie möglich zu sich nimmt, und zum Glück bleibt der Blutzuckerspiegel mit dieser Maßnahme in Grenzen und sie braucht keine Medikamente.

In der zweiundzwanzigsten Woche lassen wir einen Organultraschall machen. Es werden alle Organe kontrolliert und die Länge der Knochen wird gemessen. Beim Ultraschall stellt der Untersucher fest, dass der Kleinste von beiden zu kurze Röhrenknochen hat, und das kann eine erbliche Veranlagung sein, weil meine Frau dies auch hat, aber es kann auch auf das Downsyndrom hinweisen. In dem Moment versteht man die Welt nicht mehr und man ist niedergeschlagen. Als wir die Praxis verlassen wollen, ruft der Untersucher uns nochmals zurück und möchte noch mal kurz einen Ultraschall machen um etwas zu bestätigen. Nach dem Ultraschall entschuldigt der Untersucher sich und sagt, dass er sich beim Frühscreening geirrt hat, es ist nicht ein Junge und ein Mädchen, aber es sind zwei Jungs. Wir sind genauso froh mit zwei Jungs wie mit einem Jungen und einem Mädchen, aber unsere Sorge über die andere Nachricht ist sehr groß. Wir müssen in fünf Wochen wieder zurück um zu sehen, ob die Knochen im Verhältnis weiter wachsen.

Der Frauenarzt, wo wir ein paar Tage danach hin müssen zur Kontrolle beruhigt uns, und sagt dass wir uns nicht so viele Sorgen machen müssen, weil alle anderen Werte sehr gut sind.

Meine Frau hat jetzt Rückenschmerzen und Schmerzen in der rechten Hüfte.

In der siebenundzwanzigsten Woche müssen wir zur Kontrolle in die Praxis für Pränatale Diagnostik wegen der kurzen Röhrenknochen. Der Untersucher misst alles und kann uns mitteilen, dass Beide sehr gut gewachsen sind, und dass wir nicht mehr zurück kommen brauchen. Uns fällt ein Stein vom Herzen, als wir hören, dass alles in Ordnung ist.

In der neunundzwanzigsten Woche wird das erste CTG gemacht und das ist in Ordnung, aber der Muttermund ist zu kurz. Wir müssen montags danach wieder zurück und dann ist der Muttermund so kurz, dass meine Frau ins Krankenhaus eingewiesen wird.

Nach der Einweisung bekommt sie sofort eine Spritze zur Lungenreifung der Kinder und sie darf nicht mehr laufen, nur vom Bett bis zur Toilette darf sie noch gehen. Am zweiten Tag im Krankenhaus wird ein CTG gemacht und die Wehentätigkeit festgestellt. Meine Frau bekommt daraufhin gleich Medikamente um die Wehentätigkeit zu bremsen. Nach einer Woche sind keine Wehen mehr zu sehen auf dem CTG. Nach zwei Wochen darf meine Frau wieder nach Hause, aber bei der nächsten Kontrolle stellt der Frauenarzt fest, dass eine vorzeitige Öffnung des Muttermundes vorliegt sowie Wehentätigkeit. Deshalb wird meine Frau erneut eingewiesen ins Krankenhaus. Dort wird sie sofort an den Tropf gehängt und bekommt eine Tokolyse um die Wehentätigkeit wieder zu bremsen. Das hilft und auf dem CTG sind keine Wehen mehr zu sehen.

Die Tokolyse bleibt dran bis zur 34. Woche. In der 33. Woche haben wir ein Gespräch mit dem Oberarzt um zu besprechen, was für eine Entbindung wir wollen, Kaiserschnitt oder eine normale Entbindung. Wir fragen den Oberarzt was das Beste für die Kinder ist und er rät uns einen Kaiserschnitt, weil der Größenunterschied zwischen den Beiden doch ziemlich groß ist. Wir nehmen seinen Rat an und entschließen uns für einen Kaiserschnitt.

In der 34. Woche wird die Tokolyse abgenommen. Zwei Stunden später bekommt meine Frau ein CTG und darauf ist zu sehen, dass sie große Wehentätigkeit hat - sie merkt selber nur, dass die Beiden unruhig sind. Die Krankenschwester ruft den Oberarzt hinzu. Der kontrolliert und fühlt, dass schon eine Öffnung von 2 cm da ist. Der Oberarzt regelt alles und innerhalb von einer halben Stunde stehen wir unten im Kreissaal und am selben Abend kommen unsere beiden Jungs mit Kaiserschnitt zur Welt. Zwei gesunde Jungs, geboren mit 34 Wochen und 3 Tagen.

Lesen Sie den Erlebnisbericht von der Mama!

Für diesen Beitrag möchten wir uns
ganz herzlich bedanken bei dem

Autor: Christiaan Kersic
wohnt in Nordrheinwestfalen, Deutschland
ursprünglich aus den Niederlanden

Autor: Frau Dr. Reeve

Erstmalig erstellt am: 27.06.07
Zuletzt bearbeitet am: -